2 Antworten

  1. Torsten Meinert
    12. Februar 2015

    Hier tue ich mir noch etwas schwer. Sicher kommt der Ball einem technisch gepflegten Kombinationsfußball sehr entgegen. Ich spreche aber jetzt in Sachen Ausbildung und Entwicklung. Was ich daher zu bemängeln habe, ist die Situation bei der Spieleröffnung. Im Futsal besitzt der Torwart die Möglichkeit, den Ball jederzeit weit bis in die gegnerische Hälfte zu werfen, während im normalen Hallenfußball die Spieleröffnung mit dem Fuß erfolgen muss und der Ball in diesem Moment die Mittellinie nicht direkt überschreiten darf. Auch die strengere Auslegung der Rückpassregel in Verbindung mit dem Torwart fördert keinesfalls das technisch anspruchsvolle Kurzpassspiel. Auch kann aus diesem Grund kein gelenktes Pressing stattfinden, was ich aus taktischer Sicht vermisse. Ich glaube, ich spreche hier für alle Trainer, wenn ich sage, dass wir unsere Spielerinnen gezielt darauf schulen sollten, den Ball gepflegt aus der eigenen Hälfte spielen zu können und den Torwart immer wieder in dieses Spiel mit einzubinden, sei es als Drucklöser, zusätzliche Anspielstation, oder einfach nur um einen weiteren Passwinkel ins Zentrum zu öffnen. Gerade die Rückpassregel beim Futsal verhindert die Entwicklung eines mitspielenden und technisch starken Torhüters. Wirft der Torwart den Ball nach vorne ist das immer ein 50:50-Ball. Mir ist es jedenfalls lieber, im eigenen Strafraum in Ballbesitz zu sein, als dass der Gegner den Ball in Höhe der Mittellinie hat. Von daher sollte das Regelwerk entsprechend angepasst werden, auch wenn wir damit mit alten Traditionen brechen sollten. Die traditionellen Regeln des Futsal gehen mit unserer Philosophie der spielstarken Defensivspieler und Torhüter nicht konform und sind für den modernen Fußball nicht mehr zeitgemäß. Hier wäre es sinnvoll, veraltete sportliche Denkmuster aufzubrechen und dem modernen Fußball anzupassen.

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    • soccerblogger
      13. Februar 2015

      Danke für Deinen Beitrag!

      Ich denke man muss hier schlicht von ganz anderen Philosophien ausgehen. Futsal hat m.E. den Anspruch das ganzheitliche Spiel zu fördern, daher ist das 3-1 bzw. 1-3 System ein bewährtes Mittel als Raute zu fungieren, indem jede Spielerin jede Position begleiten könnte!
      Es gibt also keine absoluten Defensivspielerinnen, was m.E. das Spielsystem duchaus fördert.
      Mittels des weiten Abwurfes kann man Spielsituationen einleiten, ähnlich wie auf dem Rasenplatz mit hohen Abschlägen des Keepers. Die Rückpassregel mag fragwürdig erscheinen. Bei näherem Betrachten könnte man jedoch annehmen, das man ein trauriges Ballgeschiebe über mehrere Stationen verhindert werden soll. Tatsächlich zwingt es den Fußballer zu agieren….

      Ich sehe natürlich wie du, das es zuviele Regeln gibt, gerade wenn es um die Freistoßsituationen geht. Für mich ist Futsal auch kein Ausbildungssystem, sondern eine sinnvolle Brücke über den Winter. Eine die den Mädels mehr bieten kann, als das klassiche Hallensystem mit für mich unnützen Bandensituationen und überdimensionierte Toren.

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